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Aktuelles 2018:


Unsere nächsten Vereinsanlässe:

So 25. November 2018 "Exkursion Sauriermuseum Frick"
Im Rahmen des Programms "eingeladen IV" besuchen wir das Sauriermuseum in Frick.
Treffpunkt ist 11.00 Uhr beim Eingang des Museums. Dauer der Führung ca. 1 Std.
Ab 12.30 Uhr treffen sich die hungrigen Saurier zu einem feinen Mittagessen im Frickbergstübli.

Besuch des PSI i Villigen

Am 5. November war es soweit. 11 Steinzeitler nutzten die besondere Gelegenheit der Wartung von Anlagen und besuchten auf Einladung von Sandra Matthews das für unsere Verhältnisse hypermoderne PSI.

Exkursion ins prähistorische Salz von Hallstatt und Hallein und an den Mondsee

16 Steinzeitler und ein Hund tröpfelten nach mehrstündiger Fahrt und ein paar Rasts nach und nach am Freitag Abend des 28. September in die "Essbar+Curry" in Puch, wenige km nördlich von Hallein. Mit einem schmackhaften Teller und diversen guten Tropfen einheimischen Gebräus wurde der Start der Salzkammergut-Exkursion eingeläutet.
Der folgende Samstag brachte bereits den Höhepunkt. Nach kurzer Fahrt an den Hallstättersee wurden wir bei der Bergbahn von Hallstatt von Hans Reschreiter, dem langjährigen Leiter der Grabungen im Bergwerk oberhalb von Hallstatt herzlich begrüsst. Bei der Bergstation gab es eine Einführung in die Geschichte und Topographie des Hochtales. Am schattigen, nach Osten ausgerichteten Talhang wurden einst das hallstattzeitliche Gräberfeld mit seinen überreich ausgestatteten Gräbern angelegt und ab Mitte des 19. Jh. etappenweise ausgegraben. Noch heute kommen Gräber zum Vorschein. Kein Wunder, denn man rechnet mit mehreren Tausend Bestattungen.
Nach kurzer Essenspause hiess es sich ins blaue Tenue stürzen und ab gings in die engen prähistorischen Stollen, völlig abseits des Touristenrummels. Grob behauene Salzwände und 2500 jährige Holzverkleidungen der Schächte gaben eine geheimnisvolle Ambiance. In einem etwas breiteren Gangende standen Nachbauten von antiken Bergwerksutensilien. Den Erklärungen zu ihrem Gebrauch folgte gleich die praktische Ausführung. Ja, die Hallstätter waren ein spezielles Völklein. Einiges scheinen sie gleich neu erfunden, sprich ihren spezifischen Arbeitsbedürfnissen angepasst zu haben: Tragkörbe mit einem speziellen Ausschüttmechanismus, lederne Lappen, die sich als "Handschuhe" entpuppten oder Pickel mit für Laien scheinbar unmöglichem Klingen-Holm-Winkel. Ob der Seitenhüftschwung hier im Bergwerk im Lichte brennender Tannenspäne erfunden wurde?
Ans archäologische Herz ging das Schicksal der ältesten Holztreppe Europas, die der Berg langsam zermalmen wollte und nun gerettet in einem eigenen  Mausoleum im innern des Berges besichtigt werden kann.
Nach fast 5 Stunden führte uns ein Touristenzüglein wieder ans Tageslicht. Es reichte gerade noch für eine Besichtigung der Funde im Grabungshaus, vor allem jene aus Leder und Geflechte waren für Steinzeitler beindruckend, bevor wir noch die letzte Bahn ins Tal hinunter erwischen. Danke Hans! Das war eine total gelungene Präsentation. Noch Enkelkinder werden davon hören!
In Hallstatt lud uns der Gasthof Simony zu einem verdienten und den Magen füllenden Essen ein bevor wir wieder nach Puch aufbrachen.
Der strahlend schöne Sonntag Morgen begann mit einem Supermorgenessen beim Kirchenwirt, nachdem unser ausgebuchtes Hotel nicht in der Lage war für alle etwas aufzutischen. Aber das Schicksal wollte es so: Unerwartet trafen sich hier zwei Hergiswilerinnen. So klein ist die Welt!
Danach erwartete uns Henrik Pohl, Leiter der Unterwasserprospektionen im Salzkammergut beim Pfahlbauhaus-Pavillon am Mondsee. Nach Erklärungen zur Forschungsgeschichte der Jungsteinzeit des Salzkammergutes führte uns ein kurzer Spaziergang ins Pfahlbaumuseum von Mondsee. Ja, wenn 2027 die geplante grosse Sonderausstellung zu den Pfahlbauten Österreichs stattfindet werden die hier ausgestellten Kleinode, so zwei jungsteinzeitliche Tierfiguren aus Ton, uns ein weiteres Mal ins Salzkammergut führen! Vielen Dank Henrik, dass du einen Sonntag Vormittag für uns geopfert hast!
Hallein hiess unser drittes Ziel, Heimat des Keltenmuseums mit den Funden aus den Gräbern vom Dürrnberg. Staunend ging es von Vitrine zu Vitrine, übervoll an Grabbeigaben. Auch hier verdankten die Einheimischen ihren Reichtum dem ab der Hallstattzeit abgebauten Salzgestein. Das historische Salzburg war nur ihr Nachfolger. Dem widmeten sich später bei Regenwetter ein paar Nichtzurückreisende, andere flohen ins sonnige Kärnten, dem Tessin der Österreicher.

Fotos Othmar Wey, Heidi Villiger, Pitsch Schmid und Rolf Bosshart

200er Clubmitglieder in Vindonissa

Ein Dutzend Mitglieder des Club 200 der Steinzeitler traf sich am späten Nachmittag eines wunderschönen Sommertages zu einer Spezialführung durch das römische Kastell Vindonissa. Unter der kundigen Leitung von Barbara Stüssi-Lauterburg lernten wir zuerst das Legionslager kennen. Wie war es strukturiert, wo und wie wohnten die einfachen Legionäre. Obwohl die Contubernia (Mannschaftsbaracke) bereits einige Annehmlichkeiten bot, scheinen die höheren Offiziere in anderen Sphären gelebt zu haben. Die Ausgrabung einer durch glückliche Umstände noch gut erhaltenen Offiziersküche beeindruckte nicht nur durch ihre schiere Grösse. Funde von Speiseabfall und Reste der Zubereitung wie Austern, Muscheln, Singvögeln, Oliven, ....  liessen den Luxus des römischen Kommandostabes erahnen.
Drei der vier Zugangstore sind noch als Fundament erhalten. Bei der Porta Praetoria kam sogar ein gut erhaltener Strassenkörper mit entlangführenden Wassergräben zu Tage. Gut gelungen fanden wir die Foto, die den Schnitt durch Strasse und Gräben zeigt!
Eine römische Kaserne musste versorgt werden. Dazu liessen die Römer neben befahrbaren Strassen u.a. zwei Wasserleitungen bauen, die Frischwasser aus dem Gebiet Richtung Birrfeld nach Vindonissa brachte. Die eine ist noch heute als einzige nördlich der Alpen in Funktion (!) und kann an einer Stelle unterirdisch besichtigt werden. Viele Einheimische von Windisch sind besonders stolz auf dieses Relikt aus römischer Zeit.
Ausserhalb des Legionslagers liegt das weitherum bekannte Amphitheater. Es setzte den Schlusspunkt unseres Rundganges. Nach über 2 Stunden Führung (herzlichen Dank Barbara Stüssi!) liessen wir den angebrochenen Abend mit einem feinen Apéro und unterhaltsamen Gesprächen ausklingen.

Fotos Othmar Wey, Pitsch Schmid

 Frühlingsexkursion zu Grabhügeln im Seetal


Am sommerlich warmen Sonntag des 10. Juni trafen sich ein Dutzend Mitglieder der Steinzeitwerkstatt zu ihrer traditionellen Frühlingsexkursion. Wie üblich ist sie einem archäologischen Thema in der Region gewidmet. 2018 waren es Grabhügel zwischen Seengen AG und Kleinwangen LU im mittleren Seetal. Sie sind so zahlreich, dass diesmal die Exkursion bereits am Vormittag begann.
Gewisse aufgesuchte Geländedenkmäler sind bereits vor Jahrzehnten ausgegraben worden wie jener Grabhügel auf dem Sonnenberg von Reinach oder der Nunneli im Flurenwald von Fahrwangen. Bei letzterem konnte man immer noch den um 1860 im zentralen Bereich des Monumentes angelegten, den Grabhügel vielmehr zerstörenden Grabungstricher klar erkennen. Betrüblich für moderne Archäologen, aber jede Wissenschaft startete einmal bei Null. Grobe Fehler sind daher unvermeidlich. Andere Grabhügel harren noch der gesicherten archäologischen Bestätigung als Grabdenkmal, d.h. sind noch unerforscht. So auch unser erstbesuchter im Tannhölzli oberhalb Birrwil oder jener sich wunderschön im flachen Gelände abzeichnende von Kleinwangen-Seefeld. Hier genossen wir am Seeufer ein lauschiges Mittagspicknick, präsidiales Mittagsnickerchen eingeschlossen. Danach führte ein kleiner Abstecher in die Jungsteinzeit. Das Nordende des Baldeggersees wird von zahlreichen jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Seeufersiedlungen umschlossen. Jene von Hitzkirch-Seematt wurde 1938 vom Begründer der Steinzeitwerkstatt Reinhold Bosch ausgegraben und 2011 mit dem UNESCO-Weltkulturlabel  geadelt. Eine Infotafel erläutert den momentanen Sachverhalt.
"Nur was man kennt, kann man schützen". Dieses Bonmot trifft auch auf die Grabhügel im Tannenwald oberhalb Seengen/Villmergen zu. Aus Unkenntnis wurde der eine der dort sich befindenden Erdhügel durch den maschinellen Abtransport von Holzstämmen bis auf den Steinkern verschliffen. In unmittelbarer Nähe entdeckten Heidi und Toni eine Steinplatte, die zwei künstlich eingravierte Markierungen aufweist. Es dürfte sich um einen sogenannten "Lachstein" handeln, wie Max kompetent erklären konnte. Diese zeigten in vergangenen Zeiten Grenzmarkierungen an; tatsächlich befanden wir uns im Bereich der Grenze Seengen-Villmergen.
Moderne Forstwirtschaft hat auch ihr Gutes. Nicht jeder abgestorbene Baum wird heute geschlagen und abtransportiert. So konnten wir an zwei Buchenstämmen eine grössere Zahl von Buchenporlingen (fomes fomentarius) entdecken. Dies ist der Zunderschwamm, aus dessen Trama früher, so auch in der Jungsteinzeit, eine Anzündhilfe hergestellt wurde. Max holte sich gleich einen frischen vom Baum und zeigte wie man das Trama vom übrigen Buchenzunder abtrennt.
Langsam machte sich ob dem vielen Neuen der Hunger bemerkbar. Im Flurenwald schlossen wir unsere Exkursion ab. Pitsch schlich in weiser Voraussicht bei der letzten Station vorzeitig vondannen und sorgte für schöne Glut und schmackhaft grillierte Bratwürste und Cervelats. Mit einem feinen Glas Wein liessen wir den Tag ausklingen. Es war heiss und einige zog es noch in den kühlenden See.

Othmar Wey

Erlebnisreiche 4. GV 2018

Am Donnertag 3. Mai fand die 4. GV des Fördervereins in der Steinzeitwerkstatt Boniswil statt. Der Vorstand konnte fast 30 Steinzeitler begrüssen, darunter einige neue Mitglieder. Gemeinsam schaute man auf ein erlebnisreiches 2017 zurück. Höhepunkt war zweifellos die zweitägige Exkursion an den Neuenburgersee mit seinen zahlreichen Megalithmonumenten.
Auch im angebrochenen 2018 stehen wieder zahlreiche Anlässe auf dem Programm, die jedes Archäologieherz schneller schlagen lässt (siehe unter "Jahresprogramm"). 
Ein jungsteinzeitliches Apéro und Essen gab dem Abend die besondere Note. Jäger Bruno schoss eine junge Wildsau, die als zarter Braten zusammen mit Erbsen, Einkornbrötchen und einem Apfel-Blattsalat an einem Leinöl-Apfelessig-Dost-Peterli-Dressing auf den Tisch kam. Erstaunlich, wie schmackhaft ein Menu bereits in der Jungsteinzeit sein konnte!
Wir nehmen sie, die Steinzeit, ernst! Daher wird auch an der nächsten GV wieder alles Neuzeitliche (ausser Wein) verbannt und strikt steinzeitlich gekocht und genossen!

Othmar Wey

Lenzburger Bezirksanzeiger 10.5.2018:

Exkursion Zürich-Mythenquai

 

Am späteren Nachmittag des 5. Februar 2018 trafen sich 13 kälteresistente Steinzeitler am Mythenquai in Zürich. Ziel dieser Winterexkursion war die laufende Grabung der Kantonsarchäologie Zürich, die auf einem grösseren Baugelände an der Breitingerstrasse seit Oktober 2017 stattfindet. Die Archäologen dokumentieren  Siedlungsschichten der Jungsteinzeit (vor allem aus dem Pfyn und dem Horgen) sowie geringe Reste aus der Bronzezeit. Die Grabungen dauern noch bis in den April 2018.
Der Grabungsleiter Christian Harb erläuterte uns das Bauprogramm und die Bauumstände – die Archäologen arbeiten hier zeitgleich mit den sehr lärmigen Bauarbeiten - und zeigte uns die aktuelle Befundsituation auf dem Gelände. In einem Container konnten die in den letzten Tagen geborgenen Funde bewundert werden. Darunter waren mit Knubben und Schnureindrücken verzierte Scherben aus dem Pfyn und der Schnurkeramik, gedorrte Äpfel, Holzgriffe von Messern, Knochengeräte und vieles mehr.
Christian Harb sei für die Bereitschaft uns seine Grabungen zu zeigen herzlichst gedankt!

Othmar Wey