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Für Schulklassen  und  Gruppen auf telefonische Anfrage jederzeit möglich.  Sonst jeden ersten Sonntag im Monat von 13:30h bis 16:30h geöffnet.  Insbesondere für Kinder im Schulalter geeignet (ab 3.Primar).                                               Kein Kinderhütedienst.

 

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Adieu jungsteinzeitliches Pfahlbauhaus - Guten Tag spätbronzezeitliches "Riesi"-Haus!

Nach 30 Jahren wurde das jungsteinzeitliche Pfahlbauhaus  von der Kantonsarchäologie AG im Herbst 2020 zurückgebaut und durch eine Neukonstruktion ersetzt. Anstelle eines jungsteinzeitlichen Gebäudes wurde ein spätbronzezeitlicher Bau erstellt, wie man ihn 1923 bei Grabungen unweit davon im Riesi angetroffen hat.

Das neue "Riesi"- Haus im Bau (Februar 2021)                                                      Foto Pitsch

Das neue "Riesi"- Haus im Bau (Februar 2021)                                                      Foto Pitsch

Rückblick

Die Errichtung des jungsteinzeitlichen Pfahlbauhauses am Nordende des Hallwilersees, unweit der Badeanlagen von Seengen, geht auf Initiative von Max Zurbuchen, Leiter der Steinzeitwerkstatt Boniswil, zurück.
1988 konnte der Nachbau realisiert werden. Sponsor der Arbeits- und Materialkosten war der Lenzburger Rotary Club, dessen Mitglieder beim Bau grösstenteils selber Hand anlegten. Herzlichen Dank für diese äusserst wertvolle Unterstützung!
Das Pfahlbauhaus in Seengen gehörte zu den ersten nach archäologischen Funden rekonstruierten Pfahlbauhäusern der Schweiz. Zwei Jahre später, 1990 entstanden im Rahmen der Pfahlbauland-Ausstellung in Zürich einige Häuser, die leider wieder abgebrochen wurden. Jahre später wurden in Gletterens am Neuenburgersee, im Laténium von Hauterive, in Wauwil sowie in Thayngen weitere Nachbauten realisiert.

Wichtig für Max Zurbuchen war damals, dass der Nachbau von Seengen mit Materialien und Techniken wie sie in der Jungsteinzeit angewandt wurden, errichtet wurde. Damit wurde es der Experimentalarchäologie möglich, auch kaum sichtbare Probleme, mit denen die damaligen Bewohner zu kämpfen hatten, zu erkennen.

Das Pfahlbauhaus wurde auch zu einem attraktiven Glied der Steinzeitwerk-statt Boniswil. Schulklassen und Vereine lassen sich gerne das Werden, Sein und Vergehen jungsteinzeitlicher Häuser und Siedlungen erklären. Und so ist es keine Überraschung, wenn gewisse Schüler am liebsten gleich ihr Klassen-lager hier verbringen würden!

Trotz immer wiederkehrenden Renovationsarbeiten durch Max Zurbuchen, teils mit Unterstützung der Kantonsarchäologie Aargau und Studenten der Uni Bern, wurden die Schäden am Pfahlbauhaus immer grösser. Vor allem die Fäulnis an den Pfosten wurde besorgniserregend, die landseitige Längswand kam ziemlich in Schieflage. 2020 musste nun das Pfalbauhaus abgebrochen werden. An seiner Stelle entsteht im Winter 2020/21 ein neuer Nachbau, der sich aber an einem spätbronzezeitlichen Bau orientiert wie man ihn 1923 bei Grabungen im nahe gelegenenen Riesi angetroffen hat.
Diese Fundstelle hat es in sich. Obwohl erst eine kleine Fläche ausgegraben wurde, gehört das Riesi seit 2011 zum seriellen Weltkulurerbe "Prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen" der UNESCO!

Othmar Wey