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Vortragsreihe: Jungsteinzeit in der Schweiz

Du wolltest schon lange deine Kenntnisse zur Jungsteinzeit in der Schweiz vertiefen oder auffrischen. Hier bietet sich die ideale Gelegenheit:
Im Rahmen der Volkshochschule Hitzkirch bzw. Solothurn referiert Othmar Wey, Dr. phil, Archäologe, Steinzeitwerkstatt Boniswil und Dozent Uni Bern an drei bzw. an zwei Abenden über die Jungsteinzeit in der Schweiz.

Volkshochschule Hitzkirch:
Kursdaten: 8., 15. und 22. November 2018, 19.30-21.00 Uhr
Kursort: Mosen, Schulhaus
Anmeldung: www.vhs-hitzkirch.ch
weitere Infos: othmar.wey@sunrise.ch

Volkshochschule Solothurn:
Kursdaten: 21. und 28. November 2018, 18.00-20.00 Uhr
Kursort: Solothurn
Anmeldung: www.vhs-so.ch
weitere Infos: othmar.wey@sunrise.ch

rauchende Steinzeit am Strouhus-Märt in Kölliken

Auf Einladung des organisierenden Vereins nahm die Steinzeitwerkstatt am 15. September 2018 mit 48 anderen Mitwirkenden am Strouhus-Märt in Kölliken teil.
Obwohl unmittelbar neben dem Strohdach gelegen liessen wir es im neu erbauten Lehmofen II bald rauchen, fauchen und knistern. Die nähere Umgebung merkte bald wie unser Motto hiess: "Vom Korn zum Brot in der Jungsteinzeit" kitzelte so manchen Gaumen und liess bei einigen ein angenehmes Hungergefühl zurück. Der vis-à-vis gelegene Bäckerstand freute sich natürlich mit! Bald waren die ersten Brötchen gebacken und schmackhaftes Wissen aus der Urzeit der Backkünste liess manchen zum angebotenen Einkorn-Häppchen greifen. Die Erntemesser liess Heidi umgehend zu Brotmesser umfunktionieren. Es klappte hervorragend! Max's Wildäpfel, Pitschs "moderne", frischgepflückte Feigen und die Wildpflaumen (Schlehe) vom Strauch bei der Steinzeitwerkstatt setzten noch einen drauf.  Ä guetä ! Es fehlte nur noch das jungsteinzeitliche Bier!!
Die Märt-Besucher kamen von nah und fern: Neben vielen von Kölliken auch Weissenburger aus dem Simmental, bekannte Gesicher von Luzern und Bolken, interessierte von Safenwil. Sie trafen sich zum Fachsimpeln, sei es übers Backen, über Biogetreidesorten, neuste Silexprojekte oder um Funde Experten vorzulegen. Nein, unter letzerem gab es leider kein Uraltgebackenes!
Schnell war der Tag vorüber, nur unser Ofen wollte scheinbar keinen Feierabend machen. Er rauchte linkseitig gerippeintern munter weiter. Weder örtliche Feuerwehr noch OK wusste Rat, hatten aber Bange um ihr schönes Strohhaus. Othmar, um geruhsame Nachtruhe für alle besorgt, wusste was zu tun war. 30 Minuten später stand Rolands "Ameisi" da, schob das leicht rauchende Ungetüm auf seinen Anhängerzug und liess es in Boniswil neben der Steinzeitwerkstatt seinen Sonntagsschlaf machen.

Am folgenden Montag Abend gab's gute Nachrichten: Nach einstündigem Pflegeeinsatz ist Lehmofen II wieder in bester Form und für den nächsten rauchenden Einsatz bereit.
Auf Wiedersehen Kölliken! Spätestens Mitte September 2019! Diesmal im Obstgarten und mit Max's Feuermachkünsten, die ihnen 2018 noch nicht geheuer waren. Sie werden es sicherlich bereuen.

Rangertag mit der Steinzeitwerkstatt Boniswil

Auf Einladung der Hallwilersee-Rangern gestaltete die Steinzeitwerkstatt Boniswil am Sonntag 29. Juli 2018  zusammen mit den sechs Hallwilersee-Rangern den diesjährigen internationalen Rangertag. Er fand bei schönstem Wetter beim Pfahlbauhaus am Nordende des Sees statt.
Der Anlass war ein toller Erfolg. Über 300 grosse und kleine BesucherInnen aus nah (Seengen) und fern (Deutschland) liessen sich 6000 Jahre zurückversetzen und erlebten wie es damals zu und her ging. Feuermachen ohne Zündholz? Wie schmeckt frisches Ötzi-Brot gebacken aus den frühesten Getreidesorten Europas? Wildapfel, eine köstliche Entdeckung! für eine erfolgreiche Jagd: pfeilgerade Pfeilschäfte richtig gemacht! Schnur aus Brennnesselfasern, ein vielseitig verwendbarer Werkstoff... und vieles mehr liessen die Gäste staunen und nachdenklich werden.

Fotos Pitsch Schmid

Quelle: LBA 2.8.2018

Eingeladen IV

Auch die Steinzeitwerkstatt macht am Programm "Eingeladen IV" mit. Alle freiwilligen Helfer von Kulturinstitutionen des Kantons Aargau können vom 1.4. 2018 - 31.3.2019 unser Museum gratis besuchen. Dürfen wir auch dich begrüssen?

Sammlung “Alt-Posthalter Hauri“

Ganz überraschend wurde die Steinzeitwerkstatt von unserem Mitglied Max Hächler, Beck in Seengen, mit einer exquisiten bronzezeitlichen Sammlung beschenkt. Es handelt sich um die Sammlung “Alt-Posthalter Hauri“. Arnold Hauri lebte von 1871- 1944. Einen Grossteil seines Lebens verbrachte er in Seengen.

 

Der Hauptteil der Sammlung besteht aus fast 300 spätbronzezeitlichen Metallobjekten der Stufen Ha B1-B3 (ca. 1050-800 v.Chr.). Neben sehr vielen Nadeln mit kleinem kugeligem Köpfchen, teilweise mit geschwollenem und wechselnd schräg gerilltem Hals kommen auch die Kugelkopfnadel, die Knotennadel, die Bombenkopfnadel und die Vasenkopfnadel vor. Ein paar Messer- und Beilklingen, Armreifen, Anhänger, Ringe und Angelhaken runden das Bild ab. Besonders erwähnenswert sind sechs unterschiedlich grosse Phaleren, die der Sammlung eine besondere Note geben. Ebenfalls spätbronzezeitlich sind 33 oft schön verzierte Spinnwirtel aus Ton.

 

Dem Jung- und Spätneolithikum zuzuordnen sind einige Geweihfassungen, die oft eine eingesetzte Steinklinge aufweisen sowie wenige andere Geweih- und Knochenartefakte. Ferner liegen einige Silexklingen und -pfeilspitzen vor.

 

Keramik fehlt in der Sammlung vollständig, was typisch ist für Kollektionen aus der Zeit vor der Mitte des 20. Jh. Keramik wurde lange Zeit von den Ausgräbern stiefmütterlich behandelt. Heute stellt es in der modernen Archäologie neben gewissen Metalltypen wie Nadeln oder Messer die wichtigste Materialkategorie.

Leider ist über den genauen Fundort der Artefakte nichts bekannt. Alle Angaben beschränken sich auf den Hinweis “Neuenburgersee“. Es darf vermutet werden, dass der Sammler die Objekte mehrheitlich nicht selber gefunden, sondern durch Kauf oder Tausch erstanden hat.

 

Die Steinzeitwerkstatt freut sich über das reichhaltige Sammlungsgeschenk. Somit können neben den vielfältigen Objekten aus der Steinzeit auch schöne Funde aus der späten Bronzezeit gezeigt werden, was nicht nur für Schulklassen eine schöne Bereicherung ist.

Othmar Wey

Steinzeitwerkstatt an der Kulturwerkstatt Seengen II

Bei sonnigem Wetter ging am 23. September 2017 die zweite Ausgabe der Kulturwerkstatt in Seengen über die Bühne. Auch die Steinzeitwerkstatt machte wiederum mit und präsentierte sich mit dem Thema "vom Korn zum Brot in der Jungsteinzeit". Neben dem im Sommer nachgebauten Backofen (siehe unten folgender Bericht) konnte der Besucher erfahren, woher sein tägliches Brot überhaupt stammt. Das Ursprungsgebiet unserer bekannten Getreidesorten (Nacktweizen, Gerste, Einkorn, Emmer) ist nämlich der fruchtbare Halbmond im Vorderen Orient. Wildes Getreides ist in unseren Breitengraden nicht bekannt. Auch das Wissen um Anbau und Verarbeitung lernten unsere Vorfahren schrittweise kennen, wiederum dank den Errungenschaften aus dem Vorderen Orient. Eine gute Vernetzung war schon damals von grossem Vorteil!

Gezeigt wurden auch von Max detailtreu hergestellte Repliken von Ackerbau- und Erntegeräten unserer frühen Bauern.
Der Backofen war ein voller Erfolg. Neben Brot landete schnell auch des Schweizers beliebteste Wurst im Ofen. Auf einem Stand wurden den Besuchern zudem Emmer und Einkornbrote angeboten. So mancher staunte über den für uns ungewohnten Geschmack, vor allem des Emmerbrotes. Den Dinkel gab es dagegen in der Jungsteinzeit noch nicht. So "urig" wie sein Name vorgibt, ist der Urdinkel nämlich nicht, sondern vielmehr eine moderne verkaufsfördernde Marketingmassnahme.

Othmar Wey

Bau eines jungsteinzeitlichen Backofens im Sommer 2017

Im Rahmen der Kulturwerkstatt Seengen vom 23.9.2017  stellte die Steinzeitwerkstatt das Thema "Vom Korn zum Brot in der Jungsteinzeit" vor.
Neben dem Aufzeigen der Herkunft unseres Kornes und dem Präsentieren der diversen Arbeitsgeräten gehörte auch der Nachbau eines Backofens wie er gemäss zurzeit noch eher bescheidenen archäologischen Befunden (zB. Siedlung Ehrenstein, D) in Betracht gezogen werden darf.
Max und Pitsch liessen sich den Spass nicht nehmen und es gelang ein schöner Nachbau.
Während der Kulturwerkstatt 2017 wurde der Backofen im Betrieb vorgeführt. Brot und Wurst kamen bestens an!

Fotos Pitsch Schmid

SENSATIONELLER ZUNDERPILZ AM HALLWILERSEE

 

Unweit Beinwil am See (der genaue Standort bleibt geheim) entdeckte Bruno Fürst (hier im Bild), Hallwilersee-Ranger und 200er Club-Mitglied des Fördervereins Steinzeitwerkstatt, in einem Wald am Seeufer einen seltenen Zunderporling (lateinisch: Fomes Fomentarius) auf einer vom Blitz getroffenen, nun langsam absterbenden Buche. Dieses ausserordentliche grosse Exemplar von äusserst seltener Schönheit, wohl einzigartig in der Schweiz, befand sich in der Baumkrone.

 

Diese Zunderpilze wachsen bekanntlich am Totholz von Rotbuchen oder Birken. In der Südschweiz können sie gelegentlich auch an abgestorbenen Edelkastanien vorkommen. In der zweiten Märzwoche 2017 konnte dieses Prachtexemplar durch eine Equipe mit professioneller Baumpflegeausrüstung in einer über einstündigen Aktion bei garstigem Wetter erfolgreich geborgen werden.

 

Ab sofort kann dieser Zunderporling als Ausstellungsstück in der Sammlung der Steinzeitwerkstatt Boniswil bewundert werden. Die innere Schicht dieses Pilzes, das sogenannte Trama, verwendete man nach entsprechendem Bearbeitungsverfahren seit der Steinzeit als Funkenempfänger des vom Markasit stammenden „warmen“ Funkens. Dieser Funken entstand durch einen Schlag mit einem Feuerstein (Silex) auf Markasit (nicht Pyrit wie fälschlicherweise oft in der Literatur steht!). Feuerstein, Markasit und Zunder bildeten Jahrtausende vor der Erfindung des Schwefelholzes (Zündholz) die wichtigsten Utensilien zum Feuermachen.

 

 Max Zurbuchen

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Landuf - Landab mit NICOLE BIRCHER im Seetal und in der Steinzeitwerkstatt!

Neue frühmittelalterliche Gräber in Seengen

Auf dem Bauareal neben der Bäckerei Studler in Seengen wurden von Max Zurbuchen zwei Alemannengräber gefunden und freigelegt. Hier gehts zu den Details KLICK

DAS ÄLTESTE STEINWERKZEUG DER SCHWEIZ IN DER STEINZEITWERKSTATT BONISWIL

Anlässlich eines Besuches der Vereinsmitglieder “Tatort-Vergangenheit“ der Abteilung Archäologie des Museums Liestal konnte Max Zurbuchen, Leiter der Steinzeitwerkstatt, ein aussergewöhnliches Geschenk vom Überbringer Dr. Jürg Sedlmeier am 13. Sept. 2014 entgegennehmen - nach deutschem Aberglauben eigentlich eine Unglückszahl, hier aber ganz offensichtlich eine Glückszahl. Das tolle Geschenk ist eine originalgetreue Kopie (Abguss) des ältesten Steinwerkzeuges der Schweiz, des berühmten Faustkeils von Pratteln. Als ältestes von Menschenhand gefertigtes Werkzeug der Schweiz machte es damals wie später das Auffinden der Gletschermumie “Ötzi“ Furore in der Schweizer Urgeschichte. Heute ist der Faustkeil in den meisten Lehrmitteln des Geschichtsunterrichtes aufgenommen.

 

Die genaue Datierung des Faustkeils von Pratteln ist schwierig. Wie andere, jüngere Faustkeile der Schweiz ist auch er ein Zufallsfund. Er wurde am Südhang der Rheinterrasse gefunden, die dem Mindel (ca. 800‘000-450‘000 v.Chr.) im mittleren Pleistozän zugeordnet wird. Der darüber liegende eiszeitliche Deckenschotter enthielt keine datierenden Merkmale. Es kann somit ein terminus post quem von 450‘000 Jahren angenommen werden.

 

Beim Faustkeil von Pratteln handelt es sich um einen mandelförmigen, länglich-asymmetrischen Zweiseiter aus gelbbraunem Silex. Der Rohstoff dürfte gemäss Dr. Jeanne Affolter, Neuenburg aus einer regionalen Lagerstätte bei Lausen stammen. Die Zurichtung des Faustkeils zeigt eine entwickelte Technik, die anderswo nicht vor 250‘000 Jahren auftritt.

 

Unsere Besucher - vor allem die Schulklassen - können sich mit diesem berühmten Fundstück auseinandersetzen. Der Förderverein Steinzeitwerkstatt Boniswil ist dank der Kopie dieses sensationellen Fundstückes um einen weiteren wichtigen Fundartefakt der Schweizer Steinzeit bereichert worden und dankt dem Verein Tatort-Vergangenheit herzlichst.

 

Max Zurbuchen

 

Aufgedockter Einbaum von damals als Vorbild

Dieser neben dem Pfahlbauhaus im Seenger Moos ausgestellte Einbaum wurde 2014 dort geländet. Obschon das Schaustück aus der Neuzeit stammt, vertritt es von der Form und der Machart her einen Einbaum aus der Stein- oder Bronzezeit.

 

Wie archäologische Funde belegen beherrschten die Menschen bereits im Mesolithikum (8'000-5'500 v.Chr.) die Technik, einen Baum auszuhöhlen und ihn als Transportmittel zu verwenden. Man kann heute davon ausgehen, dass gefällte Stämme mit Steinbeilen ausgehöhlt wurden (die ältesten Funde sind Beile aus Feuerstein). Im Neolithikum (Jungsteinzeit; 5'500-2'200 v.Chr.) wurden diese durch steinerne Querbeile abgelöst. Sie werden auch Dechsel genannt.

 

Als Baumaterial wurden in der Regel mächtige Eichen, später Linden, Kiefern und Weisstannen, verwendet welche frisch behauen wurden, was ein grosses handwerkliches Geschick erforderte. Die Annahme, Bäume seien mit Feuer ausgebrannt worden, wurde noch nie bestätigt, allerdings kursiert dieses Märchen immer noch. Es handelt sich dabei um beleglose Spekulationen. Es ist allgemein bekannt, dass grünes, frisch geschlagenes Holz sehr schlecht brennt. Interessanterweise gab es noch bis 1960 am Ägerisee Einbäume, die für den Fischfang hergestellt und benutzt worden sein sollen.

 

Unser Einbaum hat ausser der Form mit einem echten archäologischen Fund nichts zu tun. Er stellt hingegen ein Objekt mit historischem Hintergrund dar, sozusagen «wie es hätte sein können». Beides  - Pfahlbauhaus und Einbaum -  sollen dazu dienen, die Spaziergänger zu erfreuen. Die Betreuung erfolgt durch die Leitung des Fördervereins «Steinzeitwerkstatt Boniswil».